1.Direkte Hilfe

a.) Die Kontaktaufnahme mit den Straßenkindern erfolgt in Kooperation mit Tagesstätten anderer Organisationen vor Ort. Kindern, die dauerhaft von der Straße weg wollen, bieten wir diese fehlende Perspektive in unserem Projekt an.
Wenn die Kinder morgens vom Daara („Lehrraum“) in die Stadt laufen, sind sie meist hungrig und müde. In den Tagesstätten der verschiedenen Organisationen werden sie für ein paar Stunden aufgenommen. Sie bekommen dort zu essen und machen Spiele, ihre Wunden werden verpflegt... So baut sich ganz langsam eine Vertrauensbeziehung zu den Mitarbeitern auf und die Kinder lernen, dass es zum Daara und zum Straßenleben auch noch Alternativen gibt. Die Tagesstätten ermutigen sie dazu, den Daara endgültig zu verlassen, verfügen jedoch nicht über weiterführende Lösungen.

b.) Unser neues Ausbildungs- und Wohnzentrum bietet Platz für 70 Kinder. Hier besuchen die Kinder eine spezielle Schule und erhalten eine Fachausbildung zum Schreiner bzw. Schuster. Weitere Aktivitäten: Gemüseanbau, Kleintierhaltung, Computer, Sport, kreative Freizeitbeschäftigung usw.
Seit November 2004 haben wir für 35 Straßenkinder und entflohene oder misshandelte Talibés (Koranschüler) einen Gebäudetrakt auf einem großen Gelände in Keur Massar (20 km von Dakar) angemietet. Dort wohnen sie mit unseren Mitarbeitern als Großfamilie und haben wieder eine Chance auf ein normales Leben und soziale Integration.
Um unsere Kapazitäten zu erweitern wurde im Jahr 2008 ein 1 ha großes Grundstück 35 km von Dakar gekauft, um ein neues Zentrum, das Platz für 70 Kinder bietet, zu bauen. Ende 2010 waren die Baumaßnahmen mit einem Gesamtvolumen von 250 000.- Euro fertiggestellt. Unser Raum- und Bildungsangebot stellt sich nun folgendermaßen dar:

Die Kinder kommen aus verschiedenen Tagesstätten, die ebenfalls in diesem Bereich arbeiten und keine Möglichkeit haben, sie entsprechend unterzubringen und zu begleiten. Die Kinder sind durch ihre Lebensgeschichte und das Leben auf der Straße traumatisiert. Sie brauchen oft ca. zwei Jahre, bis sie den fremden Erwachsenen vertrauen und sich zu einer Veränderung ihres Lebens durchringen. Dann erst verlassen sie den Marabout (Koranlehrer und Wunderheiler) und Straße und kommen ganz zu uns. Das neue Leben im Wohn- und Schulzentrum ermöglicht den Kindern einen geschützten familiären Rahmen, wo sie ihr Trauma verarbeiten können und den nächsten Schritt, die Berufsausbildung, angehen.
Alle Kinder, die zu uns kommen, sind zwischen sechs und sechszehn Jahren haben eines gemeinsam: keinerlei oder sehr geringe Schul- und Berufsausbildung. Unsere Schule ist speziell auf diese Kinder zugeschnitten (für die öffentliche Schule sind sie zu alt – bei uns lernen sie lesen, schreiben und rechnen). Die Kinder ab zwölf Jahren können parallel zur Schule eine Fachausbildung zum Schreiner mit staatlichem Abschluss Certificat d‘Aptitude Professionelle (CAP) erhalten. Der Grundschulabschluss in Verbindung mit dem CAP bietet den Kindern den Einstieg in jegliche weiterführende Ausbildung bis hin zum Universitätsstudium. Um die Kinder zusätzlich zu fördern, haben sie die Möglichkeit, an Wahlkursen wie Schusterei, Mechanikerworkshop und Gemüseanbau teilzunehmen. Weitere Aktivitäten sind Computer, Sport, Musik und kreative Freizeitbeschäftigung.
Nach einer Zeit der Stabilisierung (ca.ein Jahr) beginnen sie ihre Berufsausbildung. Nach vier Jahren Ausbildungszeit sind sie Schreinergeselle mit staatlich anerkannten Abschluß!

c.) Eintritt ins Berufsleben: Eine persönliche Begleitung über drei Jahre unterstützt den Jugendlichen bei der Wohnungs- und Arbeitssuche, der Finanzplanung und der Neugestaltung eines stabilen Umfeldes.
Die Rückführung in die Gesellschaft ist ein erneuter Umbruch im Leben des ehemaligen Talibé, der auch hier Unterstützung benötigt. Im Anschluss an die Berufsausbildung begleitet ihn ein „Coach“ bis zu drei Jahre lang, damit er lernt, sein Leben verantwortlich und autonom zu führen.
Zudem bieten wir noch Zugang zu weiteren Vorteilen: Mikrokreditfinanzierung und betriebswirtschaftliche Begleitung, bis die Kreditrückzahlung und Arbeitsabläufe umgesetzt sind. Wir führen auch eine zentrale Datenbank, die Kontaktmöglichkeiten zu Geschäftspartnern, Werkzeug- und Materialbeschaffung usw. bietet.
Weiter bieten wir konkrete Unterstützung durch kostenlose Werbeplattformen in senegalesischen Internet-Foren und durch Newsletter, um die Produkte mit digitalen Fotos anzubieten. (zurück)